Montag, 13. Februar 2012

"Wein am Limit" - Im Gespräch mit Hendrik Thoma

TVino und Hendrik Thoma gehen getrennte Wege. Das war DIE Nachricht gegen Ende der letzten Woche. TVino? Als einer der ersten professionellen Videoblogs ging das Team um Hendrik Thoma im Wein Social Media Ballon vor einigen Jahren an den Start. Vorbild dabei war der Amerikaner Gary Vaynerchuk, der über das Internet mit seinem Format Wine Library TV Millionen von Menschen Wein auf gänzlich unkonventionelle Art und Weise nahe bringen konnte. Diese frische, antisakralische und menschennahe Art der Moderation von Weinvideos konnte TVino anfangs gelungen auf den Deutschen Markt importieren. Hendrik, den der Direttore telefonisch erreichen konnte, sagt heute über das damalige Vorbild Gary Vaynerchuk, "Gary war für uns inspirierend und wichtig. Seine ehrliche, spontane und echte Art und sein moderner Umgang mit den Zuschauern haben mich begeistert. Der Besuch in seiner Show hat mir unglaublich viel gebracht." Zu seiner Zeit bei TVino, "TVino hat mir super viel Spaß gemacht. Wie es im Leben so passieren kann, gingen im letzten halben Jahr die Meinungen über das Konzept öfters auseinander." Hinter TVino steht der Hamburger Weinhandelskonzern Hawesko. Dies ließ immer mal wieder Vorwürfe der Befangenheit in der redaktionellen Gestaltung aufkommen. "Verkaufsfernsehen" war das Stichwort. Dabei war Hendrik Thoma nicht nur ein billiger Abklatsch von Gary Vaynerchuk, sondern konnte seinen individuellen Stil entwickeln. Er wurde zur eigenen Marke. Nach dem Motto so ganz geht man nie, ist Hendrik auch schon wieder zurück im Wein Web 2.0 Alltag. Er startet seinen eigenen Weinvideoblog mit dem Namen "Wein am Limit". Dem Direttore fiel auf, dass Hendrik Thoma in seinen ersten beiden Folgen sehr viel gelöster wirkte als in der letzten Zeit bei TVino. Hendrik dazu: "Nun, ich finde gerade wieder zurück zu mir selber. Ich kann mich unabhängig präsentieren. Wichtig dabei ist mir die Resonanz der Zuschauer. Man wird sehen wie es sich entwickelt." Auf die Frage hin, wie sich dieses Format monetisieren wird, antwortet Hendrik: "Momentan gibt es noch kein Geschäftsmodell hinter "Wein am Limit". Es begleitet mich eher bei meinen derzeitigen Projekten. Ich freue mich schon auf die kommenden Gäste, die den Zuschauern sicherlich eine gute Show liefern werden." Der Direttore wünscht Hendrik Thoma dabei viel Glück! Sein Motto, "Ziel ist das Weintrinken nicht zu einer olympischen Disziplin für bornierte Snobs, Besserwisser und Fachidioten werden zu lassen" vertritt er leidenschaftlich in der Öffentlichkeit. Am Ende muss aus so einem Kampf aber auch Kapital geschlagen werden. Der Direttore ist gespannt ob es Hendrik Thoma auch weiterhin gelingt den Spagat zwischen Authentizität und Vertrieb der eigenen Marke zu schaffen.
"Wein am Limit", Watch it out!



Kommentare:

Dr. Christian G.E. Schiller hat gesagt…

Ich habe mit Hendrik vor einiger Zeit via Skype ein Interview gemacht: A Master Sommelier became a Web 2.0 Digital Sommelier- An interview with Germany's Hendrik Thoma (Part 1) http://schiller-wine.blogspot.com/2010/04/master-sommelier-became-web-20-digital.html Ich hoffe, dass er sich er sich internationol aufstellt.

Philipp Erik Breitenfeld hat gesagt…

Hendrik Thoma ist gut vernetzt, das wird ihm gelingen.

Pasta hat gesagt…

Ich denke, das Konzept: Ein Mann, ein Schreibtisch, ein Weinglas, einige Flaschen Wein, ein Spucknapf und ein paar “lustige” Accessoires im Hintergrund ist tot. Es lässt sich mit wirklich interessanten Gästen mal kurzzeitig reanimieren, mehr aber auch nicht.

Philipp Erik Breitenfeld hat gesagt…

Nun, allein schon rein physisch geht nichts anderes außer die Schriftform oder ein Video.
Letzteres Medium beinhaltet eine Vielzahl von Möglichkeiten, die jedoch auch endlich sind.
Gary Vanerchuk hat nach 1000 Folgen auch Schluß gemacht. Ich glaube nicht, dass Hendriks Konzept
nun ab jetzt immer daraus bestehen wird, dass er alleine Weine am Tisch vorstellt.
Durch seine Gäste wird auch Gradgemessen wie interessant die Dramaturgie einzelner Folgen wird.
Ich glaube da kann man viel spannendes auch weiterhin machen, gerade wenn man Menschen aus dem öffentlichen Leben mit Wein
konfrontiert, die eigentlich sich noch nicht näher damit befasst haben.
Wenn es einer kann hier noch Akzente zu setzen, dann ist es Hedndrik.
Es gibt ja viele Videoblogs mit absoluter Daseinsberechtigung. Manche sollten sich aber fragen ob dass das richtige Format für sie ist...

Pasta hat gesagt…

Ich hoffe ja, dass deine Aussage keine Spitze gegen "Plörre-TV" ist!

Philipp Erik Breitenfeld hat gesagt…

:-) Das war ja fast die Mutter aller WeinVideoBlogs #PlörreTV