Das große Spiel Zahlen oder viel Lärm um nichts...Part II

Gestern erschienen die neuen Zahlen bei Wikio in Bezug auf das Weinblogger Ranking. Die Ergebnisse an sich gaben einmal wieder Anlass für eine kontroverse Debatte über Relevanz und Effektivität gewisser Zählwerke. Auffallend ist, dass die Blogger, die bei z.B. Blogoscoop Ruhm und Ehre ernten, sich gegen Wikio stellen und andersherum, frei nach Shakespeares "Wie es auch gefällt". Prinzipiell muss ich feststellen, dass jede Zählwerke, sei es Blogoscoop, sei es Top Blogs etc. zwar ein Indikator sein kann für gewisse Tendenzen, jedoch so manipulierbar sind, dass man keinem diese Zahlen als seriöses Aushängeschild verkaufen kann. Wie soll man die Tatsache stimmig argumentieren, dass man bei Blogoscoop 1200 Leser hat, aber bei Google Analytics das Dreifache. Wer verkörpert ein verbindliches Ergebnis? Deswegen sollte die Devise ganz klar lauten, macht Euch frei von diesem idiotischen Zahlenspiel!
Jeder, der sich in der Weinbloggerszene umhört, weiß doch automatisch wer die Rädelsführer sind. Momentan kommt an Capatain Cork, Nikos Weinwelten, Drink Tank und letztendlich dem Blogggwart, Dirk Würtz keiner vorbei. Wer jetzt dort tausend Leser mehr oder weniger hat, kann den Mitbloggern völlig entspannt egal sein. Alle vier stehen für eine ganz individuelle Note mit verschiedenem Zielpublikum. Zahlen sind höchstens für eines wichtig, Gewinnung von Werbekunden. Dadurch kommen wir gleich zur nächsten Unterscheidung, nämlich der der Amateurblogger und der professionellen Blogger. Letztere müssen von ihren Publikationen leben, somit sind sie genötigt mit etwas zu werben, bzw. einen Erfolgsindikator an die Industrie weiterzugeben. Dies sind nun mal die Leserzahlen. Völlig in Ordnung. Welche Zahlen weitergegeben werden, soll für die Community keine Rolle spielen. Die Werbepartner werden autark genug sein, selber professionell zu unterscheiden, ob der Online Publizist deren Zielgruppe anspricht.
Soll heißen in der Theorie können professionelle und amateurhafte Blogs, wie es auch die La Gazzetta del Vino ist, völlig ausgeglichen und entspannt parallel nebenher laufen. Der Schnittpunkt bleibt die Liebe zum Wein. Hier kann es nur von Vorteil sein, dass man so viele Menschen, wie möglich für diese Welt begeistert. Ob sie Ahnung haben oder nicht spielt keine große Rolle. Die Lust und die Freude am Rebsaft kann nur eine Bereicherung der gesamten Online Weinszene bedeuten. Es müssen alle mitgenommen werden!
Die Weininteressierten von heute sind die Leser von morgen. Ihnen darf man nicht mit Arroganz und Überheblichkeit begegnen, sondern muss sie aufnehmen, beraten und begeistern. Nur so kann die Weinbloggerszene auch endlich nach außen ein stimmigeres Bild abliefern.
Diese Platzhirschkämpfe müssen ein Ende haben. Wenn ich mir dann eine Umfrage des ansonsten von mir sehr geschätzten Michael Liebert so anschaue, wo es darum geht den relevantesten, ja sogar beliebtesten Weinblogger ausfindig zu machen, dann muss ich sagen, manche haben anscheinend den Schuß nicht gehört. Nochmals zu meiner Anfangsthese, jeder weiß um die Großen der Szene, also was bringt diese Erkenntnis? Soll das Signal nicht lieber lauten, Weinfreunde, wenn ihr uns etwas über Wein mitteilen wollt, dann tut dies völlig unverkrampft. Der Leser kann doch selbst entscheiden im WEB 2.0 ob ihm die Publikation interessiert oder eben nicht!
Für mich ist jeder Weinblogger relevant, ob 1 Leser oder 100.000 Leser.
Jeder, der etwas zum größer werden dieser Szene beiträgt, macht sich bei mir beliebt. Also was soll so eine Umfrage? Etwa Amateuren zeigen, dass sie solche sind? Das wissen sie und das ist vollkommen okay, sind sie ja auch nicht gezwungen Geld mit ihren Publikationen zu verdienen.
Dirk Würtz zeigt doch welch großen Erfolg ein Amateurblogger haben kann, völlig ohne Werbekunden. Würtz hat das Mitmachweb als einer der Ersten verstanden.
Ich habe übrigens Michael Lieberts Umfrage gewonnen. Es war einfach. Ich habe lediglich in meinem Unternehmen eine E Mail versendet, in der ich auf diese Umfrage aufmerksam machte mit der Bitte mich doch zu wählen.
Da ich weder ein relevanter Weinblogger bin und schon gar nicht der Beliebteste (eher einer, der polarisiert), zeigt dies doch die nicht gegebene Aussagekraft. Das wollte ich damit zeigen. Es ging hier nicht um Kritik an Michael Liebert. Seine Arbeit schätze ich sehr.
Der Appell kann nur lauten, dass es erstrebenswerter ist und bleibt Synergien zu schließen, um der Szene eine kraftvolle Außenwirkung zu ermöglichen. Die Platzhirschkämpfe müssen eingestellt werden, denn die "Großen" müssen die "Kleinen" nicht fürchten. Im Gegenteil, die Leidenschaft wird geteilt. Mehr Entspannung würde dieser ganzen Szene gut tun. Weg von "Viel Lärm um nichts" hin zu einem vinophilen "Sommernachtstraum", um beim guten alten William Shakespeare zu bleiben...

Kommentare

  1. Es liegt doch alles in der Hand der Blogger selbst. Sie dürfen nicht nur senden, sie müssen auch empfangen, sie müssen sich Diskussionen stellen. Somit bindet man Leser. Auch die professionellen Blogs müssen das lernen. Eine belebte Diskussion auf einem Blog sagt mehr aus als tolle Zahlen.

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  2. Beim Sender und Empfänger Prinzip bin ich voll bei dir.
    Viele Kommentare als Indikator für beliebte Blogs? Kommt immer auf die Thematik drauf an.
    Ich lese grandiose Blogartikel ohne meinen Senf dazu geben zu wollen.
    Aber wie gesagt, ja, Interaktion ist das A und O in der Zukunft.
    Der Publizierende selber wird nur Vorteile daraus ziehen können, da er im direkten Austausch auch die Relevanz von Themen einschätzen kann.

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  3. Ich sehe das alles ziemlich ähnlich und unaufgeregt. Allerdings bin ich fest davon überzeugt, dass irgendeine Art von einheitlicher Zählweise her sollte. Synergien und Zusammenarbeit mag ich übrigens gerne...

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