Weinbloggerkodex Ja! Biblische Gesetze Nein! Kommentar zu @wuertz Beitrag zum Thema "Blogggerkodex"

Der im Vorfeld heiß diskutierte Weinführer "Gault Millau" wurde, aufgrund unbekannter Tatsachen, über diverse Onlineversandhäuser, sowie im Einzelhandel zu früh dem Kunden zum Kauf angeboten. Soll heißen die Sperrfrist des Verlages wurde nicht eingehalten. Nun entsteht, u.a. auf dem Blog von Winemaker und Web 2.0 Koryphäe Dirk Würtz, eine Diskussion über Sinn und Unsinn eines Weinbloggerkodex.
Hätte die Weinbloggerschaft schon vorab über die Neuerscheinung des Gault Millau berichten dürfen oder nicht? Gelten für Profis der Journalie dieselben Gesetze, wie für Weinblogger?
Meine Ansicht lautet, wie folgt: Das Problem ist die mangelnde Transparenz! Jeder vinophile Blogger, der den Microbloggingdienst Twitter nicht in Anspruch nimmt, was aus derzeitiger Sicht und Entwicklung nachvollziehbar wäre, hätte das Thema Sperrfrist völlig verpasst! Wenn er sein Exemplar des Gault Millau z.B. bei dem Onlinehandel amazon.de bestellt hätte, wäre “der Führer” :-) schon am Freitag im heimischen Briefkasten gelandet. Deswegen sollte man vorschnellen Bloggern aus Unwissenheit Amnestie gewähren und allen anderen besseren Wissens zu einem unausgesprochenen Kodex verpflichten. Ein Weinbloggerkodex kann nur in unserem Sinne sein, denn solche Stilmittel stehen für Seriösität und rücken die Szene in ein aktzeptierteres Licht! Die “zehn goldenen Regeln des Weinbloggens” sollten bitte in der Schublade verweilen, da uns diese Idee schnell wieder zu Walldorfschülern degradiert, frei nach dem Motto “Zehn Regeln, wie ihr umweltfreundlich euren Namen tanzt und Stempel aus Kartoffeln schnitzt!” Ein Kodex ist eine alltäglich präsente Agenda, die frei nach ethisch, moralisch und gesellschaftskonformen Grundsätzen sich vielen individuellen Aufgaben stellen muss. Zehn Grundsätze führen einzig und allein ins Simplicissimus Nirvana!
Es grüßt der Direttore!

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