Montag, 31. August 2009

Wahlen in Deutschland und jeder geht hin...Wunschdenken oder Notwendigkeit?

Sehr geehrter Leser,

die "vorgestrigen Wahlen", bzw. die niedrige Wahlbeteiligung in zwei, der drei Bundesländer, haben erneut gezeigt, wie wichtig es ist unser demokratisches Wahlrecht auszüben. Mit Politikverdrossenheit und Desinterresse ebnen wir ausschließlich den Weg für Wahlerfolge für die rechte NPD und ihr, meiner Meinung nach, linkes Pendant die Linke.

Doch ist es ausschließlich immer nur Politikverdrossenheit die es verhindert, dass Menschen den Gang zur Urne verweigern?
Ich denke nicht! Man muss sich doch nur einmal die Strukturen in der heutigen Gesellschaft näher anschauen. Es wird sehr schnell konsumiert, wenig hinterfragt. Informationen müßen sofort angeboten werden (Twitter, Facebook), ihre Wertigkeiten spielen aber keine große Rolle. Das "Normale" reizt nicht mehr, deswegen wird vor allem im Medienbereich Fernsehlandschaft immer mehr auf extremere Perversionen gesetzt, um den Plebs bei Laune zu halten. Es fehlt ganz einfach die Weitsichtigkeit!

Politik wird als etwas wahrgenommen, dass irgendwo in Berlin gemacht wird und gegen das man machtlos ist. Sowieso ist die Menschengattung Politiker korrupt und will vor allem eins für Deutschland und den Steuerzahler; Das Schlechteste!
Durch diese pauschale Meinung schafft man sich die Legitimation nicht wählen zu gehen und wenn, ja dann eben nur das extrem Perverse! Rechte Schaumschläger oder linke Enteignungswahnsinnige mit Parolen, wie "Reichtum für alle", der dann aber wiederum voll besteuert werden soll. Gebt es den Schäfchen, nehmt es den Schäfchen wieder!

Die Einfachheit des Anspruchs, ist das eigentliche Debakel der Politiklandschaft. Wie soll ein enagierter Politiker den seine Neuerungsvorschläge, die ein Land mit 80 Millionen Einwohnern treffen, in 4 Bildzeitungssätzen erklären? Wer ließt sich denn noch Parteiprogramme durch vor den Wahlen, anstatt schon vorher zu wissen für was alles Schlechtes die Parteien stehen? Ist den Menschen eigentlich bewußt, welch hohes Gut das Wahlrecht, auch in Hinsicht unserer jüngeren deutschen Geschichte spielt?
Politiker sind heute gezwungen sich mit Parolen voneinander abzuheben, weil für mehr hat in unserer schnelllebigen Gesellschaft keiner mehr Zeit! Politik wird nicht mehr als Möglichkeit verstanden, sondern dämonisiert!

Ich möchte betonen, dass ich absolut nicht die schwarzen Schaafe unter den Politikern verteidigen möchte. Korruption, Fehlentscheidung und Geldverschwendungen tauchen gerade in diesem Bereich vermehrt auf, keine Frage, aber ist das in der Wirtschaft anders? Haben sie in der Gegend nicht irgendwo einen mittelständischen Betrieb, der genau so eine Vetternwirtschaft betreibt? Politiker entspringen eben auch unserer Mitte und es gilt die Guten hervorzuheben und die Schlechten ducrh Abwahl zu bestrafen!

Mir geht es letztendlich darum, dass man die Nichtwähler in zwei Gruppen aufteilen sollte. Die Politikverdrossenen, die seit Jahrzehnten von den Machthabern enttäuscht worden sind und höchstens noch zum Proteswählen tendieren. Diese Gruppe sehe ich als verloren an, aber ohne dies zu werten. Die Menschen werden schon ihre Gründe haben.
Die zweite Gruppe aber gilt es noch zu retten! Die Politikdesinteressierten. Dieser Gruppe muss man durch Aufklärung beweisen, wie wichtig die Wahrnehmung ihres demokratischen Wahlrechts eben ist! Dass die Entscheidungen aus Berlin ihr Leben alltäglich beeinflussen! Das Politik etwas ist, dass ihre Zukunft entscheidend steuern wird! Dass sie auch selber aktiv am politischen Leben teilnehmen können, indem sie sich zum Beispiel vor Ort engagieren!

Deshalb das Appell vom Direttore; Gehen Sie am 27.09.2009 zum wählen und entscheiden Sie ihre Zukunft mit!

Ciao

Der Direttore

PS: Wählen Sie welche demokratische Partei sie möchten, Hauptsache Sie machen das Kreuz!
Der Direttore wählt

La Gazzetta del Vino auf Platz 18 TOP 100 der Wein-Twitterer!

Zum zweiten Mal veröffentlicht Mario Scheuermann die Liste der TOP 100 Wein Twitterer. La Gazzetta del Vino konnte sich auf Platz 18 positionieren. Für unser relativ junges Weinblogprojekt eine schöne Geschichte!
Lesen Sie mehr unter The Drink Tank

"18 (25) GazzettadelVino (Philipp Breitenfeld, Weinblogger, Donauwörth, D)follower 850 (174), postings 618"

Schlag den Würtz! feat. Ashley Taylor

Folgendes Video zeigt den Direttore mit seiner zauberhaften Assistentin, Ashley Taylor, an einem schönem Drehtag in Gau Odernheim. Winemaker Dirk Würtz hatte geladen, um einige Videos für seinen Blog zu drehen. Es drehte sich alles ums Thema Wein und Grillen, so auch unser Part, der nur ein wenig, wie soll ich sagen... spezieller war! Ich wünsche dem Leser viel Spaß bei folgendem Verkostungsvideo.

Hier anklicken auf das Video auf Vimeo.com

Montag, 17. August 2009

Drehtag in Gau Odernheim

Gestern fand ein großer Drehtag für den Würtz Blogg in Gau Odernheim statt. Mit von der Partie waren bekannte Twitterer, sowie Gäste aus der örtlichen Weinszene und natürlich das Highlight, der Gastgeber Dirk Würtz selbst!
Schön war es einmal die Gesichter hinter den Avatars zu sehen. Klasse Twitterkollegen durch die Bank!
Der Direttore selber hatte auch eine charmante Begleiterin im Schlepptau, die im untenstehenden Previewvideo ab Minute 1 zu sehen ist.
Zu den Inhalten der Videos möchte ich vorab nichts verraten. Die grandiosen Clips werden demnächst alle auf Würtz Wein zu sehen sein.
Es war ein amüsanter Tag mit guten Weinen und Essen. Das letzte Glas Riesling leerte der Direttore weit nach Mitternacht...

Mittwoch, 12. August 2009

Attenzione Direttore! Die Interviewreihe! mit Florian Jungbauer vom Weingut St Antony in Nierstein

Philipp Breitenfeld: Hallo Florian, grüße dich bei der Gazzetta del Vino! Stellst du dich kurz vor, für alle, die dich nicht kennen sollten.
St. Antony Weingut: Florian Jungbauer, 27 Jahre, gebürtiger Wiesbadener, Verantwortlich für Marketing und Vertrieb bei St. Antony
Philipp Breitenfeld: Wir haben ja schon einmal ein Interview für die Wine Pirates mit dir und Felix Peters (Winzer bei St Antony) geführt, damals haben wir den Rotschiefer 2007 verkostet.. Was hat sich seitdem getan?
St. Antony Weingut: Einiges. Wir haben mittlerweile den 2008er Rotschiefer, unser Herzstück bei St. Antony auf den Markt gebracht. Wir haben ein neues Rotweincuvée komponiert. Den "Roter Bodenschatz" aus St. Laurent und Merlot. Und wir haben die Großen Gewächse gefüllt. Soweit zu den Weinen.
Philipp Breitenfeld: Wie steht es mit der Entwicklung eures Pinot Noirs, der ja meist sehr schnell ausverkauft ist?
St. Antony Weingut: Den 2008er haben wir grade neu aufgelegt. d.h. die besten Fässer zusammengelegt und der steht kurz vor der Füllung. In diesem Jahr werden es noch weniger sein, als im letzten. Wir kommen auf ca. 4.000 Flaschen.
Philipp Breitenfeld: Wie habt ihr Ihn getauft?
St. Antony Weingut: In den wichtigen Verkostungen (Gault Millau, Rudi Knoll) zeigte sich, dass er ein absolut überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis hat. Er wird in diesem Jahr wieder 2008 Pinot Noir heißen Wir wollen ja hier eine Marke erschaffen, als rotes Pendant zum Rotschiefer. Beim Bodenschatz Riesling haben wir den Roten Bodenschatz und beim Rotschiefer haben wir dann den Pinot Noir.
Philipp Breitenfeld: Ich persönlich habe ja euren Rieslinge bzw. euren Rotschiefer die letzten Jahre verfolgt, fand sie in Bezug auf Preisleistung und der deutlichen und unverwechselbaren Mineralität klasse. Auch euer Rose ist ein toller Begleiter zum sommerlichen Barbecue. Wo siehst du den deutlichsten Unterschied zwischen dem 2007 und der Entwicklung zum 2008 Rotschiefer Riesling?
St. Antony Weingut: Wir haben einen sehr interessanten Jahrgang mit dem 2008er. Leider wird der 08er nicht so in der Presse gehypt, wie der 07er. Für mich ist 08 der eindeutig bessere Jahrgang, weil wir eine präsentere Säure in den Weinen haben, die den Weinen mehr Rückgrat geben. Das ist jetzt in Nuancen gesprochen, weil wir z.B. beim Rotschiefer die identischen Analytischen Werte haben, wie bei 07. Nur wirkt der Wein finessenreicher, interessanter. Das sind kleine Entwicklungen auf sehr hohem Niveau gesprochen, denn wir haben ja keinen saureren Wein al 07.
Philipp Breitenfeld: Gault Millau; du hattest erwähnt, dass sie euren Pinot Noir gelobt haben. Wie hast du den Wirbel der letzten Wochen rund ums Thema Gault Millau und Armin Diel bzw. der abtrünnigen Winzer empfunden?
St. Antony Weingut: hmm. das ist kein einfaches Thema. Also den FAZ-Artikel vorvergangenen Samstag lassen wir mal ganz raus, das war SCHExxx. Da sind wir uns einig, oder? Ansonsten kann ich nur dazu sagen, dass der Wirbel mehr mit AD zu tun hatte, als mit dem GM. Schade, dass man so ein Sommerloch füllen muss. Kurz gesagt: Der GM hat viel für den dt. Wein getan und er verdient es nicht, wegen der Unzufriedenheit über eine Person herhalten zu müssen. Das ist unsere Meinung im Weingut und hat mit Arschkriecherei beim GM nichts zu tun. Man hatte uns das mal vorgeworfen…
Philipp Breitenfeld: Ich denke auch, dass es dort eher um persönliche Befindlichkeiten ging als um die Sache selbst. Frei nach Shakespeare "Viel Lärm um nichts!"
St. Antony Weingut: genau
Philipp Breitenfeld: Habt ihr das Marketingpacket, zentrales Thema, gebucht?
St. Antony Weingut: hmm. gute Frage. weiß ich jetzt gar nicht, weil ich das weitergeleitet habe.
Philipp Breitenfeld: Zurück zu euch. Wie ist euer neuer Wein "Roter Bodenschatz" bei den Leuten angekommen?
St. Antony Weingut: Sehr gut. Er ist der Nachfolger von unserem Dornfelder. Nachdem wir rausgefunden hatten, dass Dornfeld eine Stadt in Böhmen ist, haben wir die Weinberge rausgerissen…das war ein Scherz!
Philipp Breitenfeld: lach
St. Antony Weingut: Nein, zum Ernst zurück. er kommt sehr gut an, auch aufgrund der Preis-Leistung. 7,50 für einen dunklen deutschen Rotwein ist nicht verkehrt
Philipp Breitenfeld: Ein Blick in die Zukunft. Was können und werden wir von euch noch in der Zukunft zu erwarten haben?
St. Antony Weingut: Wir haben ein paar zentrale Themen auf dem Schirm: 1. Unser Neubau, 2. Unser Rotwein-Thema weiter ausbauen, 3. Unsere Weine weiter distribuieren um sie jedem verfügbar zu machen, 4. Weiter neue Medien einzusetzen
Philipp Breitenfeld: Wann werdet ihr endlich dem Direttore von Gazzetta del Vino zu Ehren einen Sangiovese aus Nierstein vinifizieren?
St. Antony Weingut: Ne, den Sangiovese kannst du weiter aus Nordafrika (alles ab dem Gardasee ist Nordafrika) beziehen…Nein, das bleibt erstmal ein Geheimnis.Kann ja nicht alles verraten…
Philipp Breitenfeld: Letzte Frage. Staus Quo Social Media? Weiterentwicklung oder Stagnation?
St. Antony Weingut: Überforderung triffts ganz gut, oder? Da in Deutschland das Thema noch nicht so durchgedrungen ist. Ich sage ganz klar Weiterentwicklung. Das Thema wird sich den nächsten Jahren weiter nach vorne entwickeln, meiner Meinung nach. Nur jetzt sind viele damit überfordert. Im Allgemeinen gesprochen. Samstag war ein interessanter Artikel in der FAZ. Wie Vodafone aufs falsche Pferd gesetzt hat mit seiner Web 2.0 Kampagne. Vielleicht sind wir ein paar Tage zu früh dran in Deutschland. Ich denke in Fünf Jahren, wenn die Facebook-Kiddies und MySpace-Mädels Wein trinken, wird das ein großes Thema werden und wir sind dann erfahren.
Philipp Breitenfeld: Okay, dir auf jeden Fall Danke für das Interview! Möchtest du den Lesern von Gazzetta del Vino noch etwas mitgeben?
St. Antony Weingut: ROTER HANG ROCKT!
St. Antony Weingut: sowas?
Philipp Breitenfeld: Nur der Direttore rockt! Grazie und bis zum nächsten Mal!
St. Antony Weingut: Danke dir! Immer wieder gern mit dir…

Florian Jungbauer wurde interviewt von Philipp Erik Breitenfeld, Direttore der www.gazzettadelvino.eu

Mittwoch, 5. August 2009

2006 Les Terrasses Priorat D.O. Álvaro Palacios

Region: Priorat
Rebsorte:
Carinena 60%
Grenache 30%
Syrah 5%
Cabernet Sauvignon 5%
Weingut: Bodegas Palacio
Alkoholgehalt: 14.50 % Vol.
Der erste kühle Abend seit Wochen wurde von mir gleich genötigt einen schweren Roten aus dem Priorat zu öffnen. Dieser entstammt der Zauberhand vom jungen Winemaker Alvaro Palacios. Ein interessantes und sympathisches Interview mit Palacios finden Sie hier aus der El Periodico. Aber nun zum Tropfen selber. Seiner jugendhalber verweilte er ersteinmal eine Stunde lang im Dekanter. Rubinrot mit violetten Reflexen präsentiert sich dieser verschleppte Bewohner des Priorat im Glas. Sehr edler Eindruck. Volles Aroma im Bukett. Saftige Kirsche, weiches und schmeichelndes Marzipan, kräftige, schwarze Olive. Am Gaumen sämtliche Kräuter der Provence, herbe Johannisberre, noch sehr präsentes Holz, gut eingebautes Säuregerüst, trotz seiner Jugend. Ein wenig alkoholwuchtig. Trockener und bitterer Abgang vollen Körpers. Ein facettenreicher Wein, der noch sehr verspielt ist und seinen Punkt noch nicht gefunden hat. Es steckt noch viel Potenzial in dieser Flasche...

Dienstag, 4. August 2009

2006 Chateau le Payral Bergerac Rouge

Eine Entdeckung von Pascal von "Die Rebe"!

Er wieß mich darauf hin, dass ich unbedingt diesen Bio Wein aus dem Bergerac probieren müsse. Isabelle & Thierry Daulhiac von Chateau le Payral bloggen auf http://chateaulepayral.over-blog.com/ , was meiner Neutralität natürlich keinen Abbruch tat. Was schimpft sich heutzutage nicht alles Bio? Völlig unbeeindruckt davon ist dieser Wein ein gelungener Komiker. Ein Bukett, das einem Haut Brion das Fürchten lehrt! Liebevolle Johannisbeerekonfitüre, verspieltes Mousse au Chocolat, einen Hauch Salbei, sowie florale Noten nach Hagebutten. Am Gaumen opportunistische Kirsche. Ein Film von Karamell legt sich über die Zunge. Nun die Pointe? Der Abgang! Nicht, dass ich während der Verkostung im Bermuda Dreieck sitzen würde, aber er ist nicht vorhanden. Ein sarkastisches Lächeln konnte ich mir nicht verkneifen. Er hat es so gewollt!

2007 Vignoble Dampt Chevalier d'Eon Bourgogne Blanc

Region: Burgund
Rebsorte: Chardonnay
Auszeichnungen: Médaille d'Or
Die Begleiter warmer Sommerabende dürfen sich derzeit vollstens präsentieren, aber wehe die Temperaturen sinken wieder dramatisch, so wird schnell in den Keller geeilt und der Rouge, Rosso oder Rote wird wieder aus den Katakomben ausgegraben. Heute im Glas ein Chardonnay aus dem Burgund. Er präsentiert sich steril und hellgelb. Blume aus unreifen Lemonen, leichte Noten nach Birnen und Äpfeln, sowie ausklingender floraler Touch nach Kamille. Wirkte das Bukett noch etwas zurückhaltend, so entfaltet sich die volle Frucht am Gaumen! Nicht facetten-, sondern extraktreich. Ein frischer Biß in einen Granny Smith Apfel. Ein sehr nobler Tropfen mit einem leicht cremigen und Akzent setzenden Abgang. Dieser Chardonnay ist ein sehr konservativer Begleiter, der erst auf dem zweiten Blick seinen Charme durchblicken lässt. Erinnert mich ein wenig an Milton Friedman...